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Sonntag, 13. Mai 2012

3.5. Merseburg - Weimar

Letzter Tag, heute von Merseburg nach Weimar. Die Nacht im Hotel war eher schrecklich, ein hässlicher, moderner, direkt an Eisenbahn und Bundesstraße gelegener Betonbunker. Ich nenn jetzt keine Namen :)

Nach dem Regen der vergangenen Nacht war es deutlich kälter und es gab fiesen Gegenwind. Deswegen zuckelte ich recht gemütlich los. Zuerst ging es Richtung Leuna, von der ehemals ausgeprägten Chemieindustrie ist zum Glück nicht mehr viel zu sehen (und riechen). Alles in allem sind die Orte aber recht langweilig, erst hinter Weißenfels wird es endlich etwas weniger industriell und morbide wirkend. Von nun an gibt es urige Dörfer entlang des Weges.

Das Traumschiff ... und Sascha Hehn an der Brücke!
Nächster Halt war die Burg Schönburg. Hier ist außer dem Turm leider nicht mehr viel übrig, Apel von Vitzthum hat 1446 alles kaputt gemacht. Zumindest hat man einen schönen Ausblick und Kaffee und Kuchen gibt es auch!

Blick vom Burgturm der Burg Schönburg

An der Saale sind die Ausflugsdampfer alle etwas kleiner!
Bei Naumburg mündet die Unstrut in die Saale, hier gibt es auch wieder Weinberge.

Völlig unspektakulär: die Unstrut-Mündung!

Weinbaugebiet Saale-Unstrut
Mitten zwischen den Weinbergen bin ich auf die zweite kulinarische Perle der Tour getroffen: Das Restaurant des "Landesweinguts Kloster Pforta"! Das Essen war einfach ein Gedicht und das Restaurant kann uneingeschränkt empfohlen werden!

Fisch auf  Weinmousse an Weißweinklösschen mit Weißwein ...
Die Stärkung war auch gut so, denn kurze Zeit später gabs die einzigen richtigen Steigungen zwischen Rudelsburg und Burg Saaleck.

Der Anstieg zur Rudelsburg. Das ist übrigens der offizielle Radweg! ;-)

Nicht nur kommunistische Diktatoren neigen zu naiven Bombast-Reliefs ...

... in diesem Fall war es der Kösener S.C. - Verband!

Rudelsburg und Burg Saaleck. Warum man früher die Burgen nebeneinander gebaut hat, ist unklar, vielleicht damit man sich direkt beschießen kann?
Hinter den Burgen endete meine kurze Stipvisite des Saale-Radwegs und die Ilmmündung kam näher. Der größte Teil war also geschafft, jetzt lagen noch 35 Kilometer bis Weimar vor mir, bei immer stärker werdendem Gegenwind. Aber Wind weht einem eigentlich immer entgegen! ;)

 ... endlich in Thüringen! Hier ist alles besser!

Zukunftsweisend, die Bevölkerung wird immer dicker ...

Der Radweg ist beliebt ...

endlich mal eine gescheite Beschilderung!

Das alte Gradierwerk von Bad Sulza
Die letzten Kilometer waren ziemlich endlos, aber irgendwann erschien der Ettersberg am Horizont und Weimar war erreicht!

Anbei die Daten für die letzte Etappe, diesmal wieder richtig aufgezeichnet!


Merseburg - Weimar auf einer größeren Karte anzeigen



Strecke114,4 km
 Höhenmeter 927 m
 Dauer 06:41
 Schnitt 17,1 km/h
 Vmax 37,3 km/h

2.5. Wittenberg - Merseburg

Heute war eigentlich geplant, die komplette Strecke von Wittenberg bis Halle zu fahren. Leider hatte ich mich am Tag zuvor etwas übernommen und mir ein geschwollenes Knie zugezogen, daher beschloss ich, den größten Teil mit der Bahn abzukürzen. Eine gute Entscheidung, wie das schwere Unwetter am Abend zeigte!

Diesmal habe ich im Hotel übernachtet, und das gute daran ist das Frühstück!!! So musste ich nicht auf das Sonderangebot im Straßencafé gegenüber zurückgreifen.

Was gibt's denn an den anderen Tagen???!?

Der Turm der Schlosskirche von Wittenberg.
Hinter Wittenberg wird die Landschaft sofort sehr beschaulich, die Elbauen sind immer wieder beeindruckend!

Retrotechnik. Die haben einfach nur solange mit dem Modernisieren gewartet, bis es wieder als Fortschritt gilt!

Die Elbauen kurz vor Coswig (Anhalt)

An der Elbe ist alles noch ein bisschen Oldschool!

Die Gierfähre hat die Elbschiffer wirklich sehr beeindruckt! Immerhin wurde die Fahrzeit von 40 auf 5 Minuten verkürzt!
 Hinter Coswig gings mal wieder über die Elbe, und, einer stillen Tradition des Bikeline Führers folgend, natürlich wieder per Fähre. So langsam kenne ich wirklich alle Varianten und Bauformen der Gierfähren!

Auf der anderen Seite der Elbe beginnt der Wörlitzer Park, der zum Weltkulturerbe gehört. Das war das Gute an den alten Herrschern, wenn die Lust auf so etwas hatten, haben sie es einfach gebaut. Das geht heute leider nicht mehr. Der Park ist wirklich jeden Ausflug wert, er liegt idyllisch in den Auenlandschaften und um ihn richtig zu würdigen sollte man einen ganzen Tag Zeit einplanen!

Eine Lustgrotte ...

Hier hat sich der Erbauer des Parks ein Denkmal gesetzt. Warum auch nicht, er ist ja schön geworden!

Bäche ...

... und Brücken
Das "Unesco-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz" (was für ein Wort!) besteht nicht nur aus dem Wörlitzer Park, sondern auch aus einer Menge Musentempel, Torbögen und Denkmäler, die sich bis Dessau ziehen. So macht die Fahrt natürlich Spaß!

Ein Torbogen. Einfach so. Mitten in der Landschaft.
 Von Dessau aus habe ich ein bisschen mit dem Zug abgekürzt und bin nach Haale gefahren. Von Halle aus hatte ich bis zum Gewitterguß noch etwas Zeit und bin daher noch 20 Kilometer die Saale aufwärts bis Merseburg gefahren.

Man merkt gleich, der Saale-Radweg ist kein Wohlfühlradweg wie der Elbe-Radweg. Die meiste Zeit gehts es nur durch Industriegebiete, Wohngebiete, irgendwelche Nebenstraßen und Feldwege. Zum Glück war die Beschilderung gut, ansonsten hätte ich mich in dem Wirrwarr von links- und rechtsrum heillos verirrt.

Die Radwege werden härter ....
 Merseburg ist ein kleines idyllisches Örtchen und liegt an der "Romanischen Straße". Was es alles gibt!
Merseburg. Die alte Kaiserpfalz. Romanischen Ursprungs.

Der Einfluss des Dessauer Bauhaus ist überall spürbar!
Die Streckenstatistik fällt diesmal etwas dürftiger aus, da durch die Bahnfahrt mittendrin (grün) die Routenaufzeichnung gestört wurde.
Die gefahrene Strecke war ca. 60 Kilometer lang.


Wittenberg - Dessau auf einer größeren Karte anzeigen

Sonntag, 22. April 2012

Planänderung - von Prag nach Weimar

Den Limesradweg müssen wir leider aus terminlichen Gründen nach hinten verschieben, dafür geht es nächste Woche von Prag nach Weimar, zumindest wenn es Kraft (nicht Hannelore) und Wetter zulassen!

Um ein paar Sehenswürdigkeiten mitzunehmen, soll es nicht auf direktem Weg nach Weimar gehen, sondern entlang von Moldau, Elbe, Saale und Ilm.

Die Tour beginnt in Prag, nach ca. 450 Kilometern kommt die Saalemündung. Von dort sind es 160 Kilometer bis zur Ilmmündung und dann nochmal 35 Kilometer bis Weimar, ingesamt also gute 650 Kilometer.

Samstag abend geht es los, mit dem City Night Line direkt von Köln nach Prag! :-)


Prag - Weimar auf einer größeren Karte anzeigen